Text Peter Altmann
Es gibt diese zauberhaften Orte in Chemnitz, in denen die Natur ursprünglich sein kann und auch ein bisschen wild. Der Wasserwerkspark in Altchemnitz, ganz im Süden, dort, wo sich Zwönitz und Würschnitz zur Chemnitz vereinigen, ist ein solcher Ort.

In dem Flächennaturdenkmal findet man gleich vier geschützte Bereiche: Die Rieselfläche, fast fünf Hektar groß mit Rieselfeldern, Gehölzbereichen und artenreichen Feuchtwiesen. Die etwa vier Hektar große Obstwiese mit hochstämmigen Obstbäumen, Hecken und Hochstauden, der naturnahe Flusslauf der Zwönitz mit seinen artenreichen Ufern und einem Teich sowie der Hangwald mit knapp fünf Hektar, den 150- bis 200-jährige Eichen und Buchen prägen.
Im Frühjahr können sich Besucher am Boden bedeckenden Buschwindröschen und Scharbockskraut erfreuen sowie den Lerchensporn, den gefleckten Aronstab und den Wald-Goldstern entdecken.
Wild ist vor allem das Waldgebiet: Bäume bleiben als Totholz stehen. Im Totholz wimmelt es von Käferlarven, Ameisen und anderen Insekten. Muss ein Baum zwingend gefällt werden, wird nur die Baumkrone abgesetzt – der Stamm bleibt als Kleinbiotop erhalten. Darin finden viele Spechtarten, darunter auch der streng geschützte Schwarzspecht, Unterschlupf und Nahrung.
Der Teich beherbergt einen der drei größten Chemnitzer Laichplätze des Grasfrosches. Der Bergmolch ist hier auch zu finden. In drei Stollen des Wasserwerkparks überwintern die Mops- und Wasserfledermaus, auch die Wasseramsel und die Waldeidechse sind hier zu Hause. Und tatsächlich wurden im vergangenen Jahr Spuren von Fischottern entdeckt. Auch wenn die sich noch nicht gezeigt haben – der Wasserwerkpark ist ein Kleinod. Doch die anhaltende Trockenheit und Hitze der letzten drei Jahre bedroht auch diesen Naturschatz. Ältere Bäume sterben ab, vor allem die Rotbuchen. Begünstigt wird das durch den steinigen Untergrund und die flachgründigen Böden des Hangwalds, die Wasser nur sehr schlecht speichern können.
Und so ist auch der Wasserwerkspark, der eigentlich gar kein gepflegter städtischer Park sondern seit 1994 ein Wald ist, von den Folgen des Klimawandels bedroht. Besucher müssen besonders Acht geben: Das Umweltamt wies erst kürzlich darauf hin, dass das Betreten der Wege auf eigene Gefahr erfolgt und Wanderer aufgrund der langen Trockenheit mit herabbrechenden Ästen oder umstürzenden Bäumen rechnen müssen. Außerdem dürfen zum Schutz der wertvollen Tier- und Pflanzenarten die Wege in Flächennaturdenkmalen grundsätzlich nicht verlassen werden. Damit der Wasserwerkspark weiterhin dieser zauberhafte Naturschatz bleiben kann.
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