von Babett Pötsch (Text & Bilder)
Ergänzung zum Palmgartenartikel: Wildnis mit Prinzip
Der Begiff “Permaculture” stammt von einer Bewegung, die in den 70er Jahren von Bill Mollison und David Holmgren in Australien gegründet wurde und für ein Designsystem verwendet wird, das nach den Prinzipien: “earth care, people care, fair share” arbeitet.
Grundlegend sind dabei Gestaltungsprinzipien, die sich auf die Natur als perfektes Modell eines ausbalancierten Gleichgewichtes beziehen. Diese Prinzipien finden sich wieder in den dazu verwendeten Designprozeßmodellen, die nach einer geregelten Abfolge von Handlungsschritten abgearbeitet werden. Dazu kommen die sogenannten Werkzeuge, die dafür sorgen, dass man professionell mit den Designprozeßmodellen arbeiten kann. Und dann sind da noch Leitsätze, die klingen, als würden sie von alten, weisen Vorfahren stammen, die das Leben verstanden haben, z.B. “Das Problem ist die Lösung”.
Ziemlich weit hergeholt mag man meinen, denn welche Gemeinsamkeiten haben Australien und der Chemnitzer Sonnenberg? Auf den ersten Blick keine. Keine Kängurus, Koalas, Aborigines, kein Outback und kein Great Barrier Riff in der Nähe. Stattdessen gibt es Waschbären, in 5 Minuten Fußweg den Lessingplatz, das Fußballstadion des CFC, die Shoppingmeile Sachsenallee und den Zeisigwald mit dem Engelmannteich. Auf den zweiten Blick erkennt man beim genauen Hinsehen jedoch Gemeinsamkeiten, wenn es um autarken Anbau von Lebensmitteln, den Schutz von Commons wie Wasser, Boden und Luft, die vernünftige Verwendung von Ressourcen, die Einbeziehung von äußeren Faktoren, die Wirkung der beteiligten Menschen und die Vermittlung von Wissen geht, das vor zwei Generationen noch “common sense” – gesunder Menschenverstand – war:
- nicht mehr zu verbrauchen, als da ist,
- das wiederzuverwenden, was noch zu gebrauchen ist,
- das zu nutzen, was man hat,
- Dinge und Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, die neue Perspektiven eröffnen können.

Schreibe einen Kommentar